VERHALTEN LOCHTE
"FREIE" BEWEISWÜRDIGUNG DOKUMENTENVERZEICHNIS

Das Verhalten
Thomas Lochtes
Die Einlassungen von Thomas Lochte wandelten sich im Laufe der Zeit.
. Kleine Ursache (September 2001)
Andreas Chowanetz (Schachclub Starnberg)verlor am 21.9.2001 seine Partie gegen O (Schachklub Grafing/Ebersberg) in einem Vergleichskampf zwischen den beiden Clubs.
Thomas Lochte, der im Rahmen dieses Vergleichskampfes als Spielleiter fungierte, trug als Ergebnis des Spiels zwischen Chowanetz und O zunächst "Remis" in den Spielberichtsbogen ein. Lochte wurde kurz darauf von Mitspielern auf seinen Irrtum hingewiesen. Darauf begab sich Lochte zu Chowanetz, der sich zwischenzeitlich mit O in einem Nebenraum aufhielt und stellte Chowanetz zur Rede, wieso er (Chowanetz) denn trotz eines Remisangebotes seines Gegners das Spiel aufgegeben habe.
Chowanetz wie auch sein bei diesem Gespräch anwesender Gegner, Herr O, stellten daraufhin gegenüber Thomas Lochte den Sachverhalt sofort richtig und erklärten Lochte, dass es ein Remisangebot von O nie gegeben habe.(Siehe Schreiben des Herrn O vom 01.10.01)
Dieser Sachverhalt wurde vorgetragen in der Klage vom 07.06.2002 Seite 2 beim Amtsgericht Starnberg Az.: 2 C 1044/02
. Schäfer bezichtigt Lochte der Weitergabe der Falschinformation (September 2001)
Dennoch, so erklärte Matthias Schäfer, ein Clubmitglied, Pressereferent und späterer 1. Vorsitzende des Schachclubs, behauptete Lochte ihm gegenüber um Mitternacht - und somit nach der Richtigstellung und wider besseren Wissens - dass Chowanetz trotz eines Remisangebotes seines Gegners das Spiel aufgegeben hätte.
Dieser Sachverhalt wurde vorgetragen in der Klage vom 07.06.2002 Seite 3
. Lochte bestätigt Schäfer (September 2001)
Der Vorwurf Lochtes an Chowanetz, warum er denn das angebotene Remis ausgeschlagen habe, fand sich, trotz der Richtigstellung, anschließend am 24.9.2001 nahezu wortgleich in der Zeitung wieder.
Matthias Schäfer, der den Artikel für den Starnberger Merkur geschrieben hatte, erklärte Chowanetz auf eine telefonische Anfrage am 29.09.2001 er hätte die Information und die Formulierung von Thomas Lochte erhalten.
Dieser bestritt auf telefonische Rückfrage gegenüber Chowanetz nicht, die Falschmeldung an Schäfer weitergegeben zu haben und beharrte darauf, mit eigenen Augen gesehen zu haben, dass Chowanetz ein Remisangebot abgelehnt habe.
Chowanetz erklärte ihm, dass er den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen könne, sondern eine Richtigstellung gegenüber der Zeitung, sowie eine schriftliche Entschuldigung erwarte. Darauf erwiderte Lochte, Chowanetz könne ihn mal... und hängte auf.
Dieser Sachverhalt wurde vorgetragen in der Klage vom 07.06.2002 Seite 3
. Lochte benennt falschen Zeugen (Oktoberber 2001)
Am Abend des 05.10.2005 wiederholte Thomas Lochte in Gegenwart etlicher Schachspieler in den Clubräumen die wahrheitswidrige Behauptung, Chowanetz habe trotz eines Remisangebots seines Gegners auf der eigenen Niederlage bestanden. Diesesmal verstieg er sich sogar dazu, den ehemaligen Vorsitzenden des Schachclubs, Herrn Kurt E, als Zeugen für diesen Sachverhalt zu benennen. Dieser dementierte freilich gegenüber Chowanetz, derartiges bestätigen zu können.
Dieser Sachverhalt wurde vorgetragen in der Klage vom 07.06.2002 Seite 3
. Lochte beharrt auf "subjektive Wahrnehmung (Bis Sommer 2003)
Lochte lehnte es bis weit in das folgende Jahr hinein strikt ab, sich von seiner falschen Information zu distanzieren. Nachdem sein Versuch gescheitert war, seine angebliche Beobachtung eines abgelehnten Remis durch eine falsche Zeugenaussage zu stützen, argumentierte er in der Folgezeit, "seine Äußerungen entsprächen seinen subjektiven Wahrnehmungen über das Ende der Partie von A. Chowanetz, die einem Schiedsrichter zugestanden werden müssen".
Diesen Standpunkt vertrat Lochte noch am 12.07.2002 laut einem Protokoll der Vorstandssitzung des Schachclub Starnberg. Er vereidigte diesen Standpunkt also noch, nachdem das Verfahren Chowanetz / Lochte am 07.06.2002 mit der Klage eröffnet worden ist.
Später dann wird er behaupten, er hätte nie von einem Remis gesprochen und alles müsse ein Missverständnis sein.
. Lochte verweigert sich standhaft Schlichtungsversuchen (Bis Sommer 2002)
Lochte verweigerte allen internen und externen Schlichtungsversuchen (bis einschließlich Juni des folgenden Jahres).
Eine einzige Erklärung von Thomas Lochte, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt haben könnte, hätte völlig genügt. Kein Gericht wäre bemüht worden. Warum war ihm dies nicht möglich?
. Lochte reagiert auf Unterlassungserklärung belustigt (Winter 2001)
Lochte reagierte auf die ihm von Anwalt geschickte Unterlassungserklärung auf eigene Weise: Er las sie, anstatt sie zu unterschreiben, bei einer Schachveranstaltung belustigt vor und kommentiert sie.
. Erfolglose amtliche Schlichtungsversuche (Frühjahr 2002)
Lochte war weder zu dem ersten Schlichtungstermin am 14.3.2002 noch zum zweiten Schlichtungstermin am 30.4.2002 erschienen. Zwar hatte er sich in der Gütestelle telefonisch gemeldet und bei dieser Gelegenheit der Schlichterin Frau Rechtsanwältin Margot H erklärt, dass sich Chowanetz und O am Ende ihrer Partie die Hand gereicht hätten. Dies hätte nur als Remisvereinbarung gedeutet werden können. Er, Lochte, würde sich hier, im Gegensatz zu Chowanetz und Ostrowski, als international erfahrener Spieler und rutinierter Spielleiter auskennen.
Die Schlichtung blieb wegen dem Nichterscheinen von Lochte auch hier erfolglos. Nachzulesen ist dies in dem von der Schlichterin Rechtsanwältin Margot H aus Starnberg ausgestelten Zeugnis über einen erfolglosen Schlichtungsversuch vom 14.05.2002.
. Lochte droht den Club zu verlassen (Sommer 2002)
Am 08.06.2002 verschickte Lochte eine E-Mail an den Vorstand und Mitglieder des Clubs. Darin schrieb er, dass es nun so weit sei: Chowanetz klage. Er behalte sich vor, mit Wirkung vom 12.07.02 sein Amt als 1. Spielleiter zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig den Verein zu verlassen. Er kündigte an, dass er möglicherweise einen Antrag auf Vereinsausschluß von Andreas Chowanetz auf den Weg bringen würde.
Ging der Prozess Chowanetz/Schäfer noch sang- und klanglos durch den Club, begann nun ein anderer Ton.
. Lochte stellt Antrag auf Vereinsausschluss von Chowanetz (Sommer 2002)
Am 12.07.2002 fandt eine Vorstandssitzung bezüglich des Antrag von Thomas Lochte, Andreas Chowanetz wegen vereinsschädigendem Verhalten aus dem Verein auszuschließen, statt.
Über die Vorstandssitzung wurde ein Protokoll angefertigt, welches weiter oben bereits erwähnt wurde.
Ausweislich dieses Protokolls des Schachclubs vom 12.07.2002 argumentierte Lochte hier folgendermaßen:
"Aus seiner Sicht (Thomas Lochte Anm.d.Red.) ist es für einen Verein nicht akzeptabel, dass Klagen gegen seine Funktionsträger erhoben werden, die bei Wettkämpfen vor Ort Entscheidungen zu treffen haben. Seine Äußerungen (Lochte Anm.d.Red.) entsprachen seiner subjektiven Wahrnehmungen über das Ende der Partie von A. Chowanetz, die einem Schiedsrichter zugestanden werden müssen. "
Dieser Sachverhalt wurde vorgetragen im Schreiben von Chowanetz vom 08.01.2003, S 6 und 7, unter Punkt 3.8. an das Amtsgericht Starnberg.
Zur weiteren Begründung hinterlegte Thomas Lochte zum Protokoll eine Anlage ohne Datum mit dem Titel "Ausführungen von T. Lochte zu dem Vorwurf "öffentlichkeitswirksame Attacken"
. Was ist dran an Lochtes Argumentation? (Sommer 2002)
Durch die Gegenüberstellung der Vorwürfe Lochtes, die dieser als Anlage zu seinem Antrag auf Vereinsauschluss am 12.07,2002 dem Vorstand übergab und die Erwiderung von Chowanetz wird exemplarisch das Verhalten der Kontrahenten deutlich.
. Lochte scheitert mit seinem Antrag auf Vereinsausschluss von Chowanetz (Sommer 2002)
Der Antrag von Thomas Lochte, Andreas Chowanetz wg. vereinsschädigendem Verhalten aus dem Verein auszuschließen, wurde mit 1:7 Stimmen bei geheimer Stimmabgabe abgelehnt. Für eine Zustimmung wären 2/3 der Stimmen erforderlich gewesen.
. Lochte bestreitet Weitergabe der Falschinformation nach Richtigstellung (Sommer 2002)
In der Klageerwiderung vom 19.07.2002, Seite 1 Ziffer 2 und Seite 2 Ziffer 2, behauptete Lochte:
Der Beklagte (Lochte Anm.d.Red) bestreitet, dass er am Tage des Vergleichskampfes und nachdem (Unterstreichung durch Lochte) er über seine Fehlinterpretation aufgeklärt worden war, dem Zeugen Schäfer oder Dritten gegenüber behauptet hat, der Kläger habe trotz eines Remisangebotes auf seiner Niederlage bestanden.
Dieser Vortrag wurde nicht nur von Chowanetz und seinem Anwalt, sondern auch vom erstinstanzlichen Gericht so gewertet, dass Lochte einräumte, Schäfer die Information vor der Richtigstellung durch Chowanetz und O gegeben zu haben.
. Lochte lenkt beim Thema " Falsche Zeugenbenennung" ab (Herbst 2002)
Lochte lenkt in der Klageerwiderung ab, als er auf den Vorwurf eingeht, er habe am 05.10.01 in Gegenwart "etlicher Schachspieler" in den Clubräumen die wahrheitswidrige Behauptung wiederholt , dass der Kläger bei dem Vergleichskampf trotz eines Remisangebots seines Gegners auf der eigenen Niederlage bestanden habe und er bei dieser Gelegenheit gar einen falschen Zeugen anbot.
Lochte hierzu:
Er, Lochte, beteiligte sich am 05.10.01 in den Clubräumen an einem Gespräch zwischen Chowanetz und Dr. S. Es ging um die Zeitungsberichtserstattung zu dem Vergleichskampf. Dr. S versuchte Chowanetz zu beruhigen und zwischen den Vereinskameraden zu vermitteln. Dabei stellte der Bekl. klar, dass er sich für das, was er mit eigenen Augen gesehen und selbst gehört habe, nicht entschuldigen könne. Seine anfängliche Fehlinterpretation täte ihm leid, ebenso, wenn es deshalb zu Missverständnissen in der Lokalpresse gekommen sein sollte. Der Kläger wollte sich damit aber nicht zufrieden geben.
Als Beweis für seinen Vortrag bietet Thomas Lochte Herrn Dr. S als Zeuge an.
Lochte berichtet hier von einem Gespräch am 05.10.2001 zwischen Dr. S, Chowanetz und ihm selbst (Lochte). Dieses Gespräch fand zu einem anderen Zeitpunkt und unter Beteiligung eines anderen Personenkreises statt, als das Gespräch, in dem Lochte glaubte, einen falschen Zeugen bemühen zu müssen. Hier werfen die Einlassungen Lochtes mehr Fragen auf, als sie beantworten. Einerseits behauptete er, er habe klargestellt, "dass er sich für das, was er mit eigenen Augen gesehen und selbst gehört habe, nicht entschuldigen könne" und andererseits will er seine "anfängliche Fehlinterpretation" und auch die "Missverständnisse in der Lokalpresse" bedauert haben.
.
Lochte will zu keinem Zeitpunkt Falschinformation verbreitet haben (Früjahr 2002)
Im Schreiben des Rechtsanwaltes von Lochte vom 18.02.2003 an das Amtsgericht behauptet Lochte:
"Wir stellen noch einmal vorsorglich klar, dass der Beklagte zu keinem Zeitpunkt die Behauptung aufgestellt hat oder verbreitet hat, dass der Kläger im Rahmen eines Schachvergleichkampfes trotz eines Remisangebots seines Gegners auf der eigenen Niederlage bestanden habe. "
. Hat Lochte "bei einem oder zwei Bierchen" berichtet? (Früjahr 2002)
Im Schreiben des Rechtsanwaltes von Lochte vom 29.09.2003 an das Landgericht behauptet Lochte:
"Für realistisch halten wir, dass der Beklagte dem Zeugen Schäfer den kuriosen Vorfall im Verlauf des Abends bei "einem oder zwei Bierchen" erzählt hat und dabei auch berichtet hat, warum er zunächst von einem Remis ausgegangen ist.
Der Zeuge Schäfer stand dann am Folgetag vor der schwierigen Aufgabe, dem völlig belanglosen Freundschaftsspiel überhaupt etwas Berichtenswertes abzugewinnen. Dabei hat er dann vermutlich die spröden Informationen (bewusst oder unbewusst) in journalistischer Freiheit etwas leserfreundlicher aufbereitet.
Dafür kann aber der Beklagte nicht zivilrechtlich verantwortlich gemacht werden. "


VERHALTEN LOCHTE
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